Poulenc _ Françaix

Französische Klaviermusik des 20. Jahrhunderts

ALBUM DETAIL

Der Pianist Matthias Rein interpretiert in exquisiten Einspielungen die überaus charmanten und kurzweiligen Klavierwerke von Francis Poulenc und seines Zeitgenossen Jean Françaix, die in der langen Tradition französischer Klavierminiaturen stehen. Wer an dieser Musik Gefallen findet, braucht nicht nach Zugaben zu verlangen – sie sind schon mit dabei!

Sendungen zur CD: WDR 3 TonArt (Rezension) und Belgischer Rundfunk BRF.online

»Rein gelingt es, diese stilistische Vielfalt auszugestalten. Äußerst differenziert und wohlnuanciert lebt er sich in die Werke ein und verlebendigt die jeweiligen schöpferischen Ideen. Dabei hat Rein eine besonders glückliche Hand, wenn mehr oder weniger subtiler Humor schmunzelt oder frecher Witz grinst
Piano News 7/2011

»Matthias Rein weiß, was er nicht will. Der Aachener Pianist möchte keine ausgetretenen Pfade in der Klaviermusik gehen, sondern Neuland betreten. […] somit wartet Rein nicht mit “Komponisten-Blöcken” auf, sondern bietet eine abwechslungsreiche Abfolge von Musikstücken, deren Titel allein schon einen amüsanten Hörgenuss versprechen. […] In allen Stücken wird die ganze Bandbreite Poulencs und seines Interpreten Rein deutlich: Romantische Elemente, mit viel Gefühl und zartem Duktus vorgetragen, wechseln schon im nächsten Stück zugunsten schneller und eindeutig aus dem 20. Jahrhundert stammender Tonfolgen. […] Françaix und Poulenc, lebten sie noch, hätten Matthias Rein jedenfalls viel zu verdanken. Beide Komponisten feierten zu ihrer Zeit große Erfolge, doch bis jetzt liegen in Deutschland keine Aufnahmen vor, die das umfangreiche Werk beider Komponisten wiedergeben. Dank der ab sofort erhältlichen CD ist diese Lücke in der Musikgeschichte jetzt gefüllt.«
Aachener Nachrichten, Anke Hinrichs, 16.11.2010

Matthias Rein, Klavier

CD-Inhalt:

Francis Poulenc (1899–1963):
Humoresque FP 72 (1934)
Deux Intermezzi FP 71 (1934)
Intermezzo III FP 118 (1943)

Jean Françaix (1912–1997):
aus: Cinq »Bis« (1965):
No. 1: Pour allécher l’auditoire / Um das Publikum auf den Geschmack zu bringen

Francis Poulenc:
8 Nocturnes FP 56 (1930–38)

Jean Françaix:
aus: Cinq »Bis« (1965):
No. 2: Pour les dames sentimentales / Für sentimentale Damen

Francis Poulenc :
Deux Novelettes FP 47 (1927 – 28, rev. 1939/53)
Novelette III FP 173 (1959)

Jean Françaix:
Scherzo (1932)
Eloge de la danse I – VI (1947)

Francis Poulenc:
Presto en si bémol FP 70 (1934)

Jean Françaix:
aus: Cinq »Bis« (1965):
No. 4: En cas de triomphe / Für den Fall eines triumphalen Erfolges

»»» Ausführliche Informationen, Texte, Photos, etc. im Beiheft der CD

Mit deutschem Beiheft (36 Seiten) / English booklet enclosed / Livret français joint
Gesamtspielzeit: 64.16 | Format: 1 Audio-CD | VÖ: 11/2010
Aufnahme: 09/2007, Kerkrade, NL | CD-Konzeption & Mastering: 09/2010
(p) & (c) 2010 SPEKTRAL | Reihe SPEKTRAL MODERN
Bestell-Nr.: SRL4-10078 | GTIN (EAN): 4260130380786

KÜNSTLER

Matthias Rein

ist als Solist, Liedbegleiter und Kammermusiker gleichermaßen aktiv. Der 2005 beim internationalen Liederwettbewerb in Kerkrade als bester Begleiter ausgezeichnete Pianist besitzt ein breit gefächertes Repertoire, das bei Scarlatti und Bach beginnt und bis zu den Zeitgenossen reicht.
Seit 2001 ist Matthias Rein als Korrepetitor an der Musikhochschule Köln, Standort Aachen, tätig. Zuvor hatte er in Graz bei Alexandr Satz und in Madrid bei Claudio Martinez studiert.
Matthias Rein ist ein gefragter Klavierbegleiter und Sängercoach bei internationalen Meisterkursen. 2003 wurde er erstmalig zu einem Violoncellokurs an die europäische Musikakademie nach Montepulciano eingeladen, 2004 das erste Mal zur Inter-nationalen Sängerakademie in Wels. Zahlreiche Kurse schlossen sich bis heute an.
Als Solist trat er 2007 erstmalig beim Festival »Euriade« auf, im selben Jahr gab Matthias Rein sein Debüt im WDR in der Reihe »Nachtmusiken«. 2008 und 2009 gastierte er bei der international tätigen Kammermusikvereinigung Valerius Ensemble. Im Mai 2010 gab er im Rahmen des Internationalen Karlspreises Aachen einen Klavierabend zu Ehren von Preisträger Donald Tusk, Ministerpräsident von Polen, mit Werken von Chopin.
In seiner Heimatstadt Aachen ist Matthias Rein durch seine jährlichen Solokonzerte im Ballsaal des Alten Kurhauses einem breiteren Publikum bekannt, Konzerte als Solist und Begleiter führten ihn bereits durch Deutschland, nach Österreich, den Niederlanden sowie nach Spanien und Russland. Als Begleiter verhalf Matthias Rein dem Tenor Kwon-Shik Lee (2002) und der Flötistin Aurélie Corbet (2009) zu 1. Preisen bei renommierten Wettbewerben. Mit Corina Liefers (Horn) und Michael Rein (Violine) bildet Matthias Rein das »Trio con Cor«.

KLAVIERMUSIK VON POULENC UND FRANÇAIX

Von Debussys impressionistischen Skizzen zu Pierre Boulez‘ strengen Strukturen, von der leichten Ironie eines Satie zum tiefen Mystizismus eines Messiaen: Die französische Klaviermusik des 20. Jahrhunderts ist über alle Maßen vielseitig und verschiedenartig. Will man innerhalb dieses wahren Musikkosmos den Standpunkt der Komponisten Francis Poulenc und Jean Françaix bestimmen, so stellt sich heraus, dass beide zu einem kleineren Seitenstrang gehören, der nichts desto weniger als sehr »französisch« gelten kann: Beide Komponisten, Poulenc wie Françaix, schrieben Musik »pour faire plaisir«, die also Freude bereiten und auf gehobene Art unterhalten soll. Das bedingt eine gewisse Leichtigkeit des Stils, die bis ins Humoristische reichen kann; beide Komponisten gelten auch als »Spaßmacher« (wobei der jüngere Françaix sich wohl auch Poulenc mit zum Vorbild nahm). Es bedingt auch, dass der Hörer nicht mit allzu gewagten Modernismen überfordert werden soll; beider Musik ist zwar der Substanz nach durchaus »modern«, präsentiert diese Modernität und ihre Gewagtheiten jedoch in einem ansprechenden, relativ gefälligen Gewand, so dass man auch die heftigsten Zumutungen an das konservative Ohr kaum als solche bemerkt.
Und schließlich teilen diese Komponisten das merkwürdige Schicksal, dass zwar beide hervorragende und bekannte Pianisten waren, ihr Werk für »ihr« Instrument aber relativ wenig gewürdigt wird – wohl weil beide hauptsächlich auf anderen Gebieten gearbeitet und dabei Großes geleistet haben, so dass für die kleinen Formen der Klaviermusik wenig Aufmerksamkeit übrig blieb. Dieses Defizit auszugleichen und der überaus hörenswerten Klaviermusik der beiden Meister mehr Gehör zu verschaffen ist das Ziel dieser Aufnahme.
Auszug aus dem Booklet, Text von Cornelius Bauer

 

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