Christian Utz: transformed

Musik for Asian and Western instruments 2001-2006

ALBUM DETAIL

»GRENZENLOS« ist nicht nur der Name dieser neuen CD-Reihe bei SPEKTRAL, sondern auch einer 2006 gegründeten Organisation, die aus einem Solisten­ensemble sowie einer Gruppe von Kom­­­­po­­nisten und Wissenschaftlern be­­­steht. Die Mitglieder sind der Über­zeugung, dass neue Musik das Potenzial hat, den Dialog der Kulturen zu erleichtern. Ich freue mich besonders, diese CD mit Werken von Christian Utz zum Auftakt der Reihe vorstellen zu dürfen. Christian Utz hat über Jahre die Zusammenarbeit von ost­asiatischen und euro­päischen Musikern und Komponisten angeregt und gefördert; zudem ist er einer der führenden Wissenschaftler für interkulturelle Komposition.
Entdecken Sie die Verbindung und Verflechtung asiatischer und euro­päischer Klangkultur, die sich in einem faszinierenden künstlerischen Dialog anziehen und abstoßen …
William Lane, Künstlerischer Leiter »GRENZENLOS«

ensemble on_line vienna – Simeon Pironkoff
Kō Ishikawa, shō
Tony Clark, shakuhachi
Wu Wei, sheng
Yeh Jiuan-Reng, zheng
Contemporary Music Ensemble Korea – Hamish McKeich
Emma Sayers, piano
Christian Utz, live-electronics

CD-Inhalt

Christian Utz (* 1969)

Glasakkord (2006)
for shō, shakuhachi, bass clarinet, tubular bells and string trio

repercussion.camouflage.report (2003)
for sheng/xun, flute/bass flute, trombone, percussion and live-electronics

together // apart (2001)
for kayagŭm, taegŭm, saenghwang, violoncello, piano and live-electronics

the wasteland of minds (2003/2004)
for zheng, sheng/xun, clarinet, accordion, violin, violoncello and live-electronics

Die CD versammelt vier Ensemblestücke, in denen asiatische und europäische Instrumentalisten aufeinandertreffen, wobei in drei der vier Stücke zusätzlich Live-Elektronik „ins Spiel“ kommt. Es handelt sich um vier Versuchanordnungen zur musikalischen Erkundung von Verknüpfungen, Koinzidenzen, Unvereinbarkeiten, Konflikten zwischen asiatischen und europäischen Hör-, Denk- und Schreibweisen, zwischen Text und Musik, zwischen abstrakter Struktur und (politischer, sozialer, psychologischer) Wirklichkeit. Es gibt darin Konzepte auskomponierte „Alterität“, d.h. voneinander rigoros getrennter musikalischer Verläufe, deren Getrenntheit aber nie recht aufrechterhalten werden kann und die sei es durch Konvergenzprozesse, sei es durch Zerfallsprozesse immer wieder neu aufeinander verweisen und letztlich einem gemeinsamen „Schicksal“ unterworfen sind. Es gibt keine harmonisierende Versöhnung zwischen den Schichten und Dimensionen der Musik, aber auch kein stures Beharren auf Negativität als einzigem „Ausweg“. Nicht zuletzt sind die Kompositionen auch den einzigartigen Fähigkeiten der europäischen und asiatischen Musiker/innen geschuldet, die sich mit großer Behutsamkeit und Flexibität der wohl manchmal verwirrend erscheinenden Welt der Partituren genähert haben und diese mit ihrer eigenen Sprache durchdrungen und belebt haben.
(Christian Utz)

— Ausführliche Informationen, Texte, Photos, etc. im Beiheft der CD —

Gesamtspielzeit / Total recording time: 72:50 | Format: Audio-CD
Aufnahme: 2004 und 2007, Amplify-Studios Vienna, Asia Pacific Festival, St. Andrews on the Terrace, Wellington | Mastering: 2008
Mit deutschem Beiheft (36 Seiten) / English booklet enclosed
Bestell-Nr. SRL4-08028 | (p) & (c) SPEKTRAL 2008 | Reihe SPEKTRAL »GRENZENLOS«

KÜNSTLER

Christian Utz

Christian Utz, Komponist und Musikwissenschaftler, wurde in München geboren. Seit 2004 ist er Professor für Musiktheorie und Musikanalyse an der Kunstuniversität Graz, 2007/2008 war er Gastprofessor an der Natio­nal Chiao-Tung University Hsinchu/Taiwan und der University of Tokyo/Japan. Von 1990 – 2000 studierte Christian Utz Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Klavier in Wien und Karls­ruhe. Er promovierte im Jahr 2000 an der Universität Wien mit einer Disser­tation über “Neue Musik und Interkulturalität. Von John Cage bis Tan Dun” (Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 51, Stutt­gart: Franz Steiner Verlag 2002).
Entscheidende künstlerische Impulse empfing Utz durch Erich Urbanner, Dieter Kaufmann, Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, Luca Francesconi, Brian Ferneyhough, Salvatore Sciarrino und Helmut Lachenmann. Er wurde zu den wichtigsten europäischen Seminaren für neue Musik eingeladen (Session du composition Royaumont/F 1998, Stage d’informatique musicale IRCAM/Paris 1999, 14. Internationales Kompositionsseminar in Boswil/CH 2001, Komposi­tionsseminar des Ictus Ensemble Brüssel 2002) und erhielt eine Vielzahl von Stipendien und Auszeichnungen.
Utz beschäftigte sich von Anfang an mit einer Entgrenzung herkömmlicher kompositorischer Konzepte und realisierte intermediale Projekte in den Grenzbereichen von Musik und Theater, Komposition und Improvisation, Instrument und Elektronik. Seit 1998 stehen interkulturelle Ko­ope­ra­tionen und Konzeptionen im Mittelpunkt von Utz’ komposi­to­ri­scher Arbeit, die auf seinen CD-Produktionen Site (Composers’ Art Label 2002) und transformed (Spektral 2008) dokumentiert sind.
Im Jahr 1998 gründete Utz AsianCultureLink zur Intensivierung künstlerischer Ko­operationen zwischen europäischen und asia­tischen Künstlern. Seine wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte sind: Analyse und Theorie der Musik des 18. – 21. Jahrhunderts, Verhältnis von traditioneller und neuer Musik in außereuropäischen Kulturen, interkulturelle Kompositionsgeschichte.
www.christianutz.net

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